Dass Fütterungskonzept BARFen ist für Hunde schon weitläufig bekannt. Auch Katzenhalter kommen häufiger mit der Thematik, das Futter für ihre Katze selbst zu zubereiten, in Kontakt. Dabei gibt es jedoch einige Aspekte, die zu beachten sind, um selbst zusammengestellte Futterrationen optimal zu gestalten. Dabei ist das Ziel, die Rationen sowohl gesund als auch schmackhaft zu kombinieren.

Es gibt ebenso wenig das eine richtige Rezept, dass für jede Katze zutrifft, wie die einzig richtige Futterart.

Da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, ist es von vornherein sehr schwierig abzuschätzen, welche Nahrungskomponenten von unseren Stubentigern bevorzugt werden. Einen Hinweis darauf kann man der Zusammensetzung des bevorzugten Fertigfutters entnehmen. Auf Grund der häufigen Kombinierung tierischer Erzeugnisse verschiedener Arten in kommerziellen Futtermitteln sowie deren industrieller Verarbeitung, gibt dies jedoch keine sichere Gewissheit.

Prägephase

Mitentscheidend für die zukünftigen kulinarischen Vorlieben der Jungkatze ist die Erziehung durch das Muttertier. In den ersten Lebenswochen und -monaten erlernen die Kitten von ihrer Mutter das für sie bewährte Fressverhalten. An diesem Verhalten orientiert sich die Katze fortlaufend ihr Leben lang und verweigert gegebenenfalls andere Futterformen komplett. Dadurch wird es besonders bei auf Trockenfutter geprägten Katzen schwieriger, sie in einem fortgeschrittenen Alter von einer Rohfütterung oder selbst gekochten Rationen zu überzeugen.

Vegetarisch/Vegan

Der Trend zur vegetarischen/veganen Lebensweise hat bereits einige Hunde erfasst. Auch für den ein oder anderen Katzenbesitzer stellt sich die Frage, ob eine vegetarische oder sogar vegane Ernährung ihrer Stubentiger möglich ist. Grundsätzlich ist die Katze von Natur aus ein Fleischfresser, wodurch eine hauptsächlich pflanzlich basierte Ernährung nicht zu empfehlen ist. Beispielhaft dafür ist die Ω-6-Fettsäure Arachidonsäure. Diese ist für Katzen essentiell, also nicht selbst herstellbar. Enthalten ist die Arachidonsäure allerdings in nur wenigen Pflanzen, und wenn, dann in nur geringen Mengen. Dadurch wird eine vegane Ernährung für die Katze sehr, sehr schwierig.

Mit Milchprodukten und Eiern ist die Gestaltung eines ausgewogenen Ernährungsplans für eine Katze wesentlich einfacher möglich. Jedoch gilt auch hier wieder, dass die Katze von Natur aus ein Fleischfresser ist und daher ihr gesamter Verdauungstrakt auf eine tierische Kost ausgelegt ist.

Giftige und gefährliche Lebensmittel

Nicht alle für Menschen genießbaren Lebensmittel sind auch für unsere Katzen geeignet. In besonderem gilt dies z.B. für Kakao/Schokolade, Avocados, Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte. Auch vom Verfüttern von rohem Schweinefleisch ist dringend abzuraten, ebenso wie von erhitzten Geflügelknochen. Um die Gesundheit der Katze durch die Fütterung nicht zu gefährden, ist es ratsam, sich zu Beginn eine Übersicht anzulegen, mit all den Lebensmitteln, die nicht verfüttert werden dürfen.

Wer nun also überlegt, die liebe Hauskatze in Zukunft zu bekochen, sollte in jedem Fall genügend Geduld mitbringen und – bevor man sich einen ausgewogenen Futterplan erstellen lässt – zunächst einmal ausprobieren, was die Katze am liebsten fressen würde. Dazu können ihr einzelne, fein gewürfelte Stücke Fleisch angboten werden. Wichtig ist jedoch genau zu beobachten und nach Möglichkeit auch zu notieren, welches Fleisch oder Futter am besten akzeptiert wird. Anschließend steht einer ausführlichen Ernährungsberatung bei einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker nichts mehr im Weg.

Welche Futterart ist eigentlich die beste? Die Meinungen über die Biologisch artgerechte Rohfütterung auf der einen Seite und die industriell produzierten Dosen- und Trockenfutter auf der anderen, variieren sehr stark, ähnlich dem Gewicht verschiedener Hunderassen. Von 2 bis 60 kg ist alles dabei. Wer dabei die klarsten Argumente auf seiner Seite hat, ist wegen der oftmals emotional geführten Diskussionen nur schwer ersichtlich.

Generell steht fest: es gibt nicht die eine und einzige richtige Art und Weise einen Hund oder eine Katze zu ernähren, die auf alle zutrifft.

Die Anforderungen an die Nahrung und die in dieser enthaltenen Stoffe ist individuell sehr unterschiedlich. Faktoren wie Alter, Sexualtrieb, Aktivität, Erkrankungen und viele weitere beeinflussen den individuellen Bedarf, weswegen es sinnvoll ist, die einzelnen Rationen für jedes Tier eigenständig zusammenzustellen und zu überprüfen.

Um abzuschätzen, welche Futterart am besten zu einem Haustier und seinem Halter passt, ist es hilfreich, sich die Vor- und Nachteile der einzelnen Futterarten anzuschauen.

BARF

Beim BARFen werden Fleisch, Gemüse, Obst, Knochen, Öl und Ergänzungsfuttermittel selbst zusammengestellt, zubereitet und portioniert.

  • + gute Kontrolle, durch Auswahl der einzelnen Zutaten
  • + Verwendung hochwertiger Nahrungsbestandteile
  • – zeit- und kostenintensiver
  • – Fütterungsfehler leichter möglich

Nassfutter

  • + einfache Verfütterung
  • + angepasster Gehalt der Inhaltsstoffe
  • – Qualität der Inhaltsstoffe schwerer kontrollierbar
  • – nicht für alle Futtermittel werden Analysen durchgeführt

Trockenfutter

  • + einfache Verfütterung
  • + angepasster Gehalt der Inhaltsstoffe
  • + lange haltbar
  • – Qualität der Inhaltsstoffe schwerer kontrollierbar
  • – nicht für alle Futtermittel werden Analysen durchgeführt
  • – sehr niedriger Feuchtigkeitsgehalt

Unabhängig davon, für welche Fütterungsmethode man sich entscheidet, ist die regelmäßige Untersuchung des Tieres und auch die Überprüfung der angebotenen und aufgenommenen Futtermittel sehr wichtig, um die Gesunderhaltung bestmöglich zu unterstützen.

Schon wieder streicht eine Katze aus der Nachbarschaft durch den Garten. Recht zutraulich lässt sie sich auch schon mal kurz streicheln. Und weil man ihren großen Augen und der hohen Stimme nicht widerstehen kann, bekommt sie kurzerhand auch ein kleines Schälchen mit etwas Leckerem bereitgestellt. Die Vögel haben schließlich auch ihre Vogelhäuser mit Körnern und die in den Sträuchern aufgehangenen Futterbälle. Katzenfutter hat schließlich auch der ein oder andere wegen der Igel im Haus. Doch ist das in Ordnung?

Die Katze mag in dem Moment der Meinung sein, man hätte ihr einen Gefallen getan. Für viele ihrer Halter und damit oft auch langjährigen vertrauten Personen stellt die Fremdfütterung ihrer freigängigen Katzen ein mehr oder minder großes Ärgernis dar. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • die Katze orientiert sich wegen der alternativen Futterquelle an andere Personen und zieht womöglich ganz aus
  • manche Katzen leiden an Allergien, Unverträglichkeiten oder sind wegen bestehender oder vergangener Erkrankungen in ihrer Ernährung eingeschränkt
  • entstehen Krankheiten, die möglicherweise auf die Ernährung zurückzuführen sind, wird die Ermittlung der Ursachen sehr schwierig
  • eine Gewichtszunahme trotz reduzierter Futtermenge oder kalorienarmen Futter der eigentlichen Halter
  • oder gar das Verweigern des angebotenen Futters zu Hause

Mit den Auswirkungen und daraus resultierenden Kosten und Nerven stehen die Halter dann oftmals unverschuldet und machtlos dar, da es sehr schwierig sein kann zu ermitteln, durch wen und wie vielfältig die eigene Katze fremdgefüttert wurde.

Darf ich also niemals fremde Katzen füttern? Nicht ganz. Gerade die freilebenden Katzenpopulationen ohne feste menschliche Bezugspersonen profitieren sehr von Futterspenden an die entsprechenden, regionalen Tierschutzvereine, die sich oftmals auch an Kastrationsaktionen beteiligen oder diese duchführen.